pm/ak Kreis Cloppenburg. Ab Herbst 2025 soll im Landkreis Cloppenburg das neue Mobilitätsprojekt „moobil+Taxi“ starten. Der Verkehrsausschuss hat die Einführung für eine Pilotphase von drei Jahren einstimmig empfohlen. Ziel des Projekts ist es, Lücken im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zu schließen, insbesondere in Regionen und zu Zeiten, in denen keine regulären Busverbindungen verfügbar sind.
Das System nutzt freie Kapazitäten örtlicher Taxiunternehmen, die ihre Fahrzeuge digital in der „moobil+APP“ oder telefonisch über die Mobilitätszentrale bereitstellen. Fahrten sind montags bis freitags von 7:00 bis 23:00 Uhr, samstags bis 2:00 Uhr und sonn- und feiertags bis 23:00 Uhr buchbar.
Nutzer zahlen 25 % der Taxikosten zusätzlich zum regulären ÖPNV-Grundtarif, den Rest übernimmt der Landkreis. In den ersten drei Jahren trägt der Landkreis die Projektkosten von geschätzten 500.000 Euro jährlich allein.
Das „moobil+Taxi“ ergänzt bestehende ÖPNV-Angebote, ohne sie zu ersetzen. Fahrten sind nur buchbar, wenn keine reguläre Linie verfügbar ist. Ziel ist zudem, Fahrten zu bündeln, sodass mehrere Personen ein Fahrzeug teilen.
Um das System effizient zu gestalten, sollen sogenannte virtuelle Haltestellen eingerichtet werden. Diese befinden sich an zentralen Punkten wie Krankenhäusern, Arztpraxen oder Versorgungszentren. Für Menschen mit Schwerbehinderung sind auch Fahrten direkt zu Adressen möglich.
Die Gemeinde Saterland, die aus dem „moobil+“-System ausgestiegen ist, bleibt zunächst vom Angebot ausgeschlossen. Der Landkreis betont jedoch, dass eine Rückkehr ausdrücklich erwünscht ist.
Neben der Empfehlung für „moobil+Taxi“ hat der Verkehrsausschuss Zuschüsse für den Ausbau von vier ÖPNV-Haltestellen beschlossen. Insgesamt fließen über 195.000 Euro an die Gemeinden Friesoythe, Cappeln, Emstek und Löningen, um die Infrastruktur zu verbessern.
Der Kreisausschuss wird im März abschließend über das Projekt entscheiden.