
mke Cloppenburg. Zusammenhalt, Gemeinschaft, Freiheit und Frieden waren die Signale, die das diesjährige Nouruz-Fest in der vollbesetzten Stadthalle aussendete. Bereits zum 15. Mal organisierte der Verein „Integrationslotsen“ unter seiner Vorsitzenden Mina Amiri das vor allen Dingen im persischen Raum gefeierte Neujahrsfest.
„Man muss schon einen langen Atem haben, bevor wir diese Erfolgsgeschichte schreiben konnten“, bemerkte die Vorsitzende, die mit ihrem Team ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt hatte. Ein Gewinn war das Moderatoren-Duo aus Insina Lüschen und Yared Dibaba. Beide führten gekonnt durchs Programm und hatten entsprechend dem Anlass und der Situation im Iran eine Botschaft: „Solange ein Mensch nicht frei leben kann, sind wir alle nicht frei.“
Tanz und Musik, darunter der Gospelchor, der mit „We are the world“ das Fest eröffnete, und eine Schülergruppe des CAG, die Teile des Musicals „Die rote Zora“ aufführte, zeigten die Vielfalt und den integrativen Charakter des Festes. Schirmherr Landrat Johann Wimberg betonte in seinem Grußwort die Aufbruchstimmung, die von diesem Fest ausgeht. Er blickte auf die Anfänge zurück, als das Nouruz-Fest in einem Seminarraum der VHS begann, dann ins CAG wechselte und über das Kreishaus in die Stadthalle wanderte. „Das Nouruz-Fest gehört somit in den Veranstaltungskalender als festen Termin im Landkreis“, stellte er fest.
Die 3000-jährige Geschichte und die internationale Bedeutung des Nouruz-Festes betonte Schirien Hosseiny, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Integrationslotsen. Das Fest sei 2016 auf die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit durch die UNESCO gesetzt worden, informierte sie. „Es ist mehr als ein Neujahrsfest, sondern eine Kampfansage an die Dunkelheit. Licht bricht die Dunkelheit und Wärme die Kälte“, rief sie den Gästen zu, „Gemeinschaft ist stärker als Chaos“. Sie dankte allen Förderern des Festes, was sie als Zeichen von gelebter Solidarität bezeichnete.
Mit einem „Nouruz-Mubarak“ (gesegnetes Fest) begrüßte der niedersächsische Minister für Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Andreas Philippi, per Video-Botschaft die Festgemeinschaft. Dabei lobte er u.a. die Lotsen als „Brückenbauer“. Aufgrund von Koalitionsverhandlungen in Berlin könne er nicht persönlich teilnehmen, versprach aber seine Anwesenheit im kommenden Jahr.
Für besondere Verdienste um die Integration zeichneten die Bürgermeister Hermann Block (Bösel) und Neidhard Varnhorn (Cloppenburg) sowie Friesoythes stellvertretende Bürgermeisterin Melanie de Buhr ihre Bürger aus. Das sind in diesem Jahr: Yulia Poloziuk (Herkunftsnation Ukraine, aus Cloppenburg), Mohammad Zaki Musudi (Afghanistan/Bösel), Resmiye Agirmann (Türkei/Friesoythe), Mamadou Diallo (Irak/Cloppenburg), Gisela und Heribert Beckermann (Cloppenburg) und Sonja Schröder (Friesoythe). Alle hätten sich selbstlos für den Zusammenhalt und das Miteinander in den jeweiligen Orten eingesetzt, hieß es übereinstimmend.