Die Betäubungsmittelkriminalität ging von 755 Fällen im Jahr 2023 auf 397 Fälle im letzten Jahr zurück. Symbolfoto: AdobeStock/ThamKC

Die Kriminalstatistik für das Jahr 2024 wurde vor kurzem von der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta für die Region Oldenburger Münsterland vorgestellt. Insgesamt zeigt sich die OM-Region weiterhin als sichere Region. Die Zahl der registrierten Straftaten sank deutlich, und die Aufklärungsquote stieg erneut. Besonders auffällig: Die Teillegalisierung von Cannabis hat die Statistik spürbar beeinflusst.

pm/ak Oldenburger Münsterland. Geht man nach der Häufigkeitszahl (Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner), so gehört das Oldenburger Münsterland laut der hiesigen Polizeiinspektion zu den sichersten Regionen Deutschlands. Bei 3.950 Straftaten lag die Häufigkeitszahl im Jahr 2024 (Vorjahr 4.199). „Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, ist erneut gesunken“, so Polizeidirektor Jörn Kreikebaum. Insgesamt wurden 12.891 Straftaten registriert – das sind 741 Delikte weniger bzw. 5,44 % weniger. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 64,35 %. Besonders erfreulich: Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle sank um 28 % auf 154 Fälle.
Cannabis-Legalisierung verändert das Kriminalitätsbild

Ein zentraler Punkt in der Statistik ist der Rückgang der Straftaten im Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze. Damit hängt auch die Teillegalisierung von Cannabis zusammen. Seit der Teillegalisierung im April 2024 sind viele Verstöße, die zuvor strafrechtlich verfolgt wurden, entkriminalisiert. Das spiegelt sich deutlich in der Statistik wider: Die Betäubungsmittelkriminalität ging um 47,42 % zurück – also von 755 Fällen im Jahr 2023 auf 397 Fälle im letzten Jahr. Besonders markant: Der Rückgang bei allgemeinen Verstößen im Zusammenhang mit Cannabis, die um 76,71 % sanken (2023: 425 Fälle; 2024: 99 Fälle). „Der Rückgang der Fallzahlen ist eine erfreuliche Feststellung und immer im Kontext steigender Bevölkerungszahlen zu betrachten“, so Polizeioberrat Alexander Kreye, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Weniger Diebstähle, mehr Gewalt

Neben der Betäubungsmittelkriminalität verzeichnete die Polizei auch bei Diebstahldelikten einen Rückgang um 5,2 %. Insgesamt wurden 4.665 Fälle registriert, was den niedrigsten Wert seit Jahren darstellt.

Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit

Anders sieht es bei den Rohheitsdelikten wie Körperverletzungen und Nötigungen aus: Dieser Bereich umfasst Raubstraftaten, Körperverletzungsdelikte sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit, einschließlich Bedrohung und Nötigung. Im Jahr 2024 wurden 2.434 Taten verzeichnet (Zuwachs von 120 Fällen). Diese Zahl ist im Zehn-Jahres-Vergleich am höchsten. Positiv zu vermerken ist jedoch ein Rückgang der Körperverletzungstaten mit Messereinsatz von 64 Fällen im Jahr 2023 auf 51 Fälle im Jahr 2024, bei einer Aufklärungsquote von 84,31 %. Besonders alarmierend ist der Anstieg von Gewalt gegen Polizeibeamte. Im Jahr 2024 wurden 79 Übergriffe registriert, elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Herausforderung: Häusliche Gewalt

Keine Entwarnung gibt es im Bereich der häuslichen Gewalt. Mit 840 Fällen stieg die Zahl der registrierten Taten um 8,39 Prozent. Etwa 70 Prozent der Opfer waren Frauen, und die meisten Fälle ereigneten sich im familiären Umfeld oder in (ehemaligen) Partnerschaften. „Viele dieser Taten bleiben unentdeckt, da sie im Verborgenen stattfinden“, erklärte Kreye. Die Polizei setzt weiterhin auf Präventionsarbeit und enge Zusammenarbeit mit Beratungsstellen.

Jugendkriminalität auf historischem Tiefstand

Ein Lichtblick zeigt sich bei der Jugendkriminalität. Die Zahl der Fälle, bei denen Kinder und Jugendliche als Tatverdächtige ermittelt wurden, sank um 31,43 Prozent auf 948. Besonders im Bereich der Verbreitung pornografischer Schriften und bei Diebstahlsdelikten gab es deutliche Rückgänge. Claudia Stukenborg, Beauftragte für Kinder- und Jugendprävention, sieht die intensiven Präventionsmaßnahmen an Schulen als Grund für diese positive Entwicklung.

Straftaten gegen das Leben

Im Bereich der Kapitaldelikte, zu denen unter anderem Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung zählen, wurden wie im Vorjahr elf Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote lag hier bei beeindruckenden 109,09 %, was auf die Klärung eines Falls aus dem Vorjahr zurückzuführen ist. Einige dieser Fälle stehen im Kontext häuslicher Gewalt.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

In diesem Deliktsbereich, der Straftaten wie sexuellen Missbrauch, sexuelle Belästigung und Kinderpornographie umfasst, ist ein Rückgang zu verzeichnen. Die Fallzahlen sanken im Jahr 2024 auf 464 (Vorjahr 532). Die Aufklärungsquote blieb mit 93,10 % konstant hoch.

Abschließend und mit Blick auf seine nahende Pensionierung richtete Jörn Kreikebaum den Blick in die Zukunft: „Ich bin mir sicher, dass wir auch zukünftig trotz steigender Arbeitsbelastung gut aufgestellt sein werden und weiterhin mit aller Entschlossenheit daran arbeiten werden, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der Region bestmöglich zu gewährleisten.“